Schneverdingen - Geschichte

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Die Geschichte Schneverdingens

 

Urkundlich erwähnt wurde Schneverdingen erstmals im Jahr 1231. Damals zwang Bischof Iso von Verden den Ministerialen Lippold von Zahrenhusen, auf die Vogtei „Snewordinge“ zu verzichten.

Die ursprüngliche Geschichte der Stadt ist bestimmt vom Ackerbau auf kargen Heideböden und kleinbäuerlicher Viehzucht. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Zeit der handwerklichen Berufe. Eine besondere Bedeutung kam der Lederverarbeitung zu. Insbesondere die Herstellung von Schuhen galt als vielversprechend, so dass zur Blütezeit des Handwerks über 300 Schuhmacher und zahlreiche Schuhfabriken in Schneverdingen ansässig waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich das Bild in Schneverdingen, das verträumte Heidedorf wandelte sich zu einer florierenden Kleinstadt. Die Bevölkerung wuchs rasch an und überall spürte man das positive Wirtschaftswachstum. Nicht nur die Infrastruktur Schneverdingens verbesserte sich spürbar. Im Jahr 1976 wurde mit der Verleihung der Stadtrechte aus dem Dorf ganz offiziell eine Stadt.

Auch heute noch ist die Wirtschaft allgegenwärtig. In etwa 1.500 Betriebsstätten aus den Bereichen Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung arbeiten rund 4.000 Beschäftigte. Eine mindestens ebenso große Rolle spielt in Schneverdingen der Tourismus. Durch seine besondere landschaftliche Lage am Naturschutzgebiet Lüneburger Heide verzeichnet der staatlich anerkannte Luftkurort jährlich rund 200.000 Übernachtungen sowie etwa 1 Million Tagesgäste.

 

Schneverdingens militärische Vergangenheit

 

Das Naturschutzgebiet Osterheide grenzt im Osten an das Stadtgebiet Schneverdingen und reicht mit seinen Heideflächen bis zum Wilseder Berg. Das Gebiet präsentiert seinen Besuchern eine idyllische Heidelandschaft fernab des hektischen und lauten Alltags.

Doch so ruhig und idyllisch war es hier nicht immer. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen die britischen und kanadischen Streitkräfte und nutzten rund 2.000 Hektar des Naturschutzgebietes für militärische Übungen. Fast fünfzig Jahre lang war das Militär rund um Schneverdingen aktiv und hinterließ seine Spuren. Die ehemals weitgehend intakte Heidelandschaft sowie die forst- und landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden zu einem großflächig verwüsteten Gebiet. Kaum ein Strauch hielt sich in dieser dünenähnlichen, zerfurchten Landschaft aufrecht und das Bild eines hügeligen Geländes mit nichts als tiefen Spuren aus dem Profil der Panzer und Geländefahrzeuge stehen bedeutend für diese Zeit.

Im Sommer 1994 wurde der Übungsbetrieb schließlich eingestellt und der VNP nahm umgehend großflächige Renaturierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen in Angriff. Unterstützt wurde der Verein dabei von einer britischen Pioniereinheit (MCPG). Die Zielsetzung war fast utopisch: man wollte eine weiträumige, zusammenhängende Heidelandschaft mit eingestreuten Mooren, Magerrasen, Offensandbereichen, Waldinseln und Sukzessionsflächen schaffen, die von Schneverdingen über den Wümmegrund und Haverbeck bis hin zum Wilseder Berg führt. So sehr das Vorhaben auch belächelt worden sein mag, man schaffte das nahezu Unmögliche und 1996 konnte tatsächlich ein neues Wegenetz in der Osterheide präsentiert werden. Es laden nun zahlreiche Wander-, Rad-, Nordic-Walking-, Kutsch- und Reitwege zu ausgedehnten und erholsamen Touren durch die Osterheide ein und von den Schäden vergangener Jahrzehnte zeugt nichts mehr.

 

Das Schneverdinger Stadtwappen

Bereits seit 1937 trägt Schneverdingen das noch heute gültige Stadtwappen. Verliehen wurde es damals zum Heideblütenfest.

                            

Seinen Ursprung hat das heutige Stadtwappen im Wappen der „Adelssippe“ von Schneverding, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Schneverdingen aus nach Lüneburg zog. Dort stand sie noch etwa 300 Jahre lang in hohem Ansehen, bevor sie schließlich ausstarb. Das ritterliche Wappen der Familie zeigt einen blauen Ritterhelm, umgeben von rotem Pflanzengewächs und zwei Flügeln, die rot-weiß gestreift und jeweils mit einer weißen Rose geschmückt waren.

Die Gemeinde hat damals jedoch auf den Schmuck verzichtet und lediglich das Schild mit der weißen Rose als Wappen gewählt.

Bekannt wurde die weiße Rose vor allem auch durch das Schneverdinger Heideblütenfest. Seit dem Jahr 1922 wurde hier ein traditionelles Heimatfest, das „Fest der weißen Rose“, gefeiert. Erst 1936 und somit ein Jahr vor der Verleihung des heutigen Stadtwappens wurde „Das Fest der weißen Rose“ in „Heideblütenfest“ umbenannt. Außerdem trug ein Zeitungsblatt den Namen „Die weiße Rose“. Von 1928 bis 1941 gab es die vierseitige Beilage zur Schneverdinger Zeitung, die in insgesamt 38 Nummern unter dem Untertitel „Schneverdinger Heimatblätter für Heimatgeschichte, Heimatkunde und Heimatpflege“ erschien.

 

Beschreibung des heutigen Stadtwappens

Ein weißes Schild mit einem roten Balken und einem roten Schildesfuß. Im Schildesfuß sitzt eine weiße, ungebartete Rose mit einem goldenen Butzen.